Kennt ihr den Spruch – Eier aus Stahl? Nun, ich möchte euch was von nem Typen erzählen, aus dessen Eiern man Stahl gießen kann. Dieser Drecksack ruft selbst bei mir die volle Bewunderung empor. Badass pur!

Es war einmal ein Adrian Carton de Wiart. Er wurde 1880 in Belgien in einer aristokratischen Familie geboren. (Vielleicht kam er aber auch aus der Zukunft um Hitler zu töten. Ich weiß nicht.) So ziemlich kurz nach seiner Geburt zeigte er bereits seinen verdammten Charakter: Jähzornig, hemmungslos, unaufhaltsam und zog es vor alle Streitigkeiten von der Fläche zu räumen, in dem er einfach dem Asi ohne jede Vorwarnung voll auf die Fresse schlug.

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Als Adri 17 wurde, verpasste ihm sein Vater, voller Freude, einen Arschtritt nach Oxford. In der Uni war der brillante Spross aber alles Andere als ein Musterschüler. Außer im Sportunterricht, da hat er allen gezeigt wo der Wiart hängt. Achja, saufen konnte er auch wie ein Loch und hatte ein unerschöpfliches Vokabular an vulgären Termini.

— Drauf geschissen ihr Bastarde! Ich werde keine Büro-Schlampe! — dachte er sich.

Als er 19 Jahre alt war, begann zu seiner Freude der Burenkrieg. De Wiart hatte kein Plan, wer mit wem Krieg führte, und das war ihm auch scheissegal. Er ging einfach zum nächsten Rekrutierungspunkt – der der britischen Armee – klebte sich 6 Jahre dran, erfand einen coolen Namen (sowas wie Rambo) und verdrückte sich nach Afrika.

— Das ist doch mega affentittegeil! — Erfreute er sich, als er in seinen ersten echten Kampf getreten ist. — Kugeln flitzen um die Ohren, Menschen gehen drauf, Freudentränen. — pure Poesie! —

Mit funkelenden Augen rollte er sein episches Gemächt ICH aus. Blutrünstig suchte er jeden Feind auf und fegte grausam jeden Gegner vom Feld, so krass dass sogar seine eigenen Leute Angst vor ihm hatten und unter sich nuschelten;

— Bleibt bloß weg von diesem Schwachkopf! Wenn der im Wahn ist, wird niemand überleben und er wird sich nichtmal daran erinnern, wen er alles ausradiert hat. —

Doch der Rambo wurde am Bauch und der Lende schwer verwundet. Er wurde zur Behandlung nach England zurückversandt. Sein Alter, war außerordentlich glücklich als er seinen Sohn wieder gefunden hatte und munterte ihn auf wieder studieren zu gehen.

— Hast du jetzt du den Arsch voll, Angeber? Roll zurück nach Oxford du Schwachmat!
— Spinnst du! Ich bin viel zu dumm dafür. — antwortete er lachend. — Chill mal, ich geh schon nicht drauf! Bin ja nicht aus Karton.—

Der Alte konnte ihn nicht umstimmen, und hat sein Vitamin-B angequasselt damit der Drecksack wenigstens in ein Offizierskorps kommt um den Familiennamen nicht zu blamieren. Zunächst ging der Typ nach Indien wo er glücklich Eber jagte. Und im Anschluss landete er wieder in Afrika und wurde zum Adjutanten des Kommandanten.

Sie wollten ihm eine Medaille verleihen, doch es stellte sich heraus dass der Hund 7 Jahre lang für England kämpfte und selbst ein belgischer Staatsbürger war.

— Wie konnte denn dieser Mist passieren!? — fragte das Kommando.
— Weiß nicht. Ich habe diesen Krieg nicht angefangen. — entgegnete er grinsend.

Letztendlich übergab ihm dann ein Mann mit gefalteten Stirn die britische Staatsbürgerschaft und den Titel eines Kapitäns.

1908 schoss der Scheisskerl total den Vogel ab. Er heiratete ne Adelige deren Stammbaum vollblutiger war als der eines Dackels. Ihr Name war Friederike Maria Carolina Henriette Rosa Sabina Franziska Paulina Gräfin Fugger von Babenhausen. (Warum auch nicht.) Sein Alter war wahrscheinlich übelst glücklich, als der dumme Sack sich endlich niedergelassen hatte und das Paar zwei Töchter in die Welt schob. Aber dem war nicht so. Adrian war übelst gelangweilt von diesem Lifestyle und ging wieder.. in den Krieg.

— Wohin gehst du, mein Adripupschen? — Fragte weinend seine Frau und wischte die Tränen weg.
— Ich bin ein alter, gottverdammter Soldat und kenne die Sprache der Liebe nicht!” — Antwortete er schwerwiegend. — Außerdem, dieses “we are happy family” ist furztrocken und bis man deinen Namen bei Gelüsten ausgesprochen hat, hat man keine Lust mehr. —

Und so zog der Mann in den Ersten Weltkrieg.

Er ging nach Somalia und war stellvertretende Kommandant des Kamelkorps. — Attacke! —

Während der Belagerung der Daraawiish-Festung hat er mit seinem bloßem Auge eine Kugel abgefangen. Dafür wurde ihm aber ein Stück Ohr wegschossen. (Man kann ja nicht alles haben.)

— Zieht eure besten Schlüpfer an, ihr verdammten Pussies! Jetzt kommen die Freier! — Schrie de Wiart während er die Festung reitend auf einem Kamel stürmte.

Ungefähr so wurde dann die feindliche Festung unter seinem Kommando eingenommen. Erst danach hat er seine Wunden pflegen lassen.

Dafür wurde er mit einem weiterem Orden ausgezeichnet und kehrte zurück nach Großbritanien.
Nachdem sein Gesundheitsbalken wieder voll war, wollte er umgehend an die Westfront.

— Du bist doch ein Krüppel und hast kein Auge mehr! — Sagte die Kommission.
— Dafür habe ich was ihr nicht habt! Ein Schwanz zwischen den Beinen! — Antwortete er zornig, schielend mit seinem Glasauge auf alle beteiligten.

— Schickt den Spinner dahin wo er auch immer hin will. —

Unmittelbar nach der Kommission warf de Wiart sein Glasauge weg; spannte sich wie ein Pirat n’ schwarzes Verband um und sagte mit ehrfürchtigen Stimme:

— Mögen die Spiele beginnen! —

— Ach du Heilige Scheisse! — sagten die Deutschen, als die davon erfahren haben. — Wir sollten lieber gleich aufgeben. —  Und wie Recht die damit hatten! De Wiart metzelte alle weg.

Er befehligte eine eigene Infanterie und als die Kommandeure anderer Einheiten drauf gingen, übernahm er pauschal das Kommando und die Verantwortung. Es gab nie ein Rückzug. Nur den Befehl – Attacke!

Bei der Schlacht an der Somme wurde er am Kopf und an der Schulter verwundet. Bei der Dritten Flandernschlacht – an der Hüfte. Insgesamt wurde der Dreckshund an der Westfront acht mal schwer verwundet. Am Lazarett wo er immer wieder eintraf, hielten die Krankenschwestern sogar sein persönliches Pyjama für den Bastard bereit.
Irgendwo in den ganzen Schlachten wurde ihm auch die linke Hand zersprengt.

— Los, schieb paar Nähte durch die Fetzen. Da laufen noch ein paar Zielscheiben frei rum. — sagten er dem Feldchirurgen.
— Behindert? Ich bekomm das Ding hier nicht geflickt. Du musst nach London, wenn du deine Hand behalten willst. — antwortete der Feldchirurg verstört.

Doch der Bastard wollte nicht vom Kriegsfeld weg und schnitt sich einfach die baumelnden Finger ab. So dass er nur der Mittelfinger übrig war.

Aber leider kam er gegen die Gangräne nicht an und musst zurück nach London, wo letztendlich seine linke Hand samt Mittelfinger amputiert wurde.

— So lang der Kopf noch dran ist! — sagte de Wiart und band sich die Schnürsenkel mit den Zähnen fest. — Ich will wieder an die Front! —

— Entspann dich. Der Krieg ist vorbei. — erwiderte die Kommandozentrale und bewarf ihn mit den besten Orden und Medaillen.

Der Arsch kassierte einfach alle. Für alle Einheiten, für alle Schlachten. Man hat das der Öffentlichkeit verschweigen wollen, weil das zu peinlich währe, dass nur ein mann alle Schlachten gewonnen hat.

Oben drauf wurde er zum Brigadegeneral und weil er so viel nervte, wurde er nach Polen als Mitglied einer britischen Militärmission weggeschickt. Hat nicht lang gedauert und schon hatte er selber die Mission geleitet.

1919 war er in nem Flieger zu irgendwelchen Verhandlungen unterwegs. Der Flieger – abgestürzt. Die ganze Crew – tot. Und der Hund klettert einfach aus den Trümmern als ob er nur vom Stuhl gefallen währe.

Die Litauer haben darauf hin ehrfürchtig und mit vollen Hosen ihn gefangen genommen. Aber auch genau so schnell an die Briten wieder zurückgegeben, mit den Worten:

— Um Gottes Willen, nehmt den Arsch bloß zurück. Wahrscheinlich hat der Satan selbst sein Temperament nicht aushalten können. 

Die Engländer haben verständnisvoll gelacht und schickten de Wiart wieder nach Polen.

1920 begann der Polnisch-Sowjetischer Krieg und die Warschauer Schlacht. Alle Ausländer, Botschafter und Missionsmitglieder versuchten dem Krieg aus dem Weg zu gehen und sicher zurück nach Hause zu kehren.

— EIN Augenblick bitte, ich komme gleich nach. Nur paar Minuten noch.. Ich fahr ganz kurz an die Front. Ich will mal sehen was da so abgeht. — sagte er grinsend und fuhr an die Front.

Auf dem Weg zu der Front wurde der Zug von den Roten angegriffen.

— Wer sind die überhaupt? — fragte der General, der keine Ahnung von der Politik hatte.
— Das sind die Roten. — bekam er zu Antwort.
— Rot, schwarz, schwanzegal!“ — de Wiart winkte mit seiner einzigen Hand und gab den Befehl. — Terminieren! —

Kreuzfeuer; der Zug unter schwerem Beschuss; de Wiart erwidert das Feuer; fällt aus dem Waggon auf die Fresse; kletterte zurück; nimmt ein zweites Gewehr in die Zähne; ballerte weiter.

Die Roten haben das gesehen; zogen den Schwanz ein und liefen davon.

Nach einem weiteren Kriegsende wurde de Wiart zum polnischen Nationalheld. Er wurde von den Polen so hart gefeiert und bekam ein eigenes Stück Land in westlichem Weißrussland geschenkt. Zig Hektar, ne kleine Insel dazu, irgendein Schloss auch noch, Nutten und haste nicht gesehen. Und der General zog sich in seinem Erfolg endgültig zurück.

…Das dachten zumindest alle.

Doch ratet mal was passiert ist? Genau! Hitler ist passiert und der zweite Weltkrieg begann.

Der General war wieder an seinem Posten und verteilte Nackenklatscher und Befehle:

— Führt die Truppen von den Grenzen ab und stellt eine Verteidigung an der Weichsel auf! — Sagte er den Polen und rotzte auf den Boden.

Doch die Polen hatten kein Bock auf ihn zu hören.

Nicht lang überlegt, führte de Wiart die britischen Truppen über die Grenze nach Rumänien ab. Unter schwerem Bombardement der Luftwaffe, so neben bei. Er hatte Recht vollkommen Recht, doch für die Polen war es bereits zu spät.

In England angekommen wollte der Masochist wieder an die Front.

— Du bist 60! Die Hälfte deines Körpers liegt schon im Grab. Chill doch mal. — bekam er zu hören.
— Ey, ihr Teeschlürfer. Wenn ihr mich nicht an die Front schickt, mache ich hier meine eigene Front!“

Die Kommandozentrale hat ein wenig grübeln müssen, wohin die den Veteranen nun reinstecken sollen. Und schickten ihn kurzerhand nach Norwegen zur Verteidigung von Trondheim. Dort wurden die Alliierten aber von den Nazis zerschlagen, weil diese ihre Ski vergessen hatten.

— Was zum Teufel! Stand deren Schaukel in der Kindheit zu nah Wand!? — beschwerte sich de Wiart. — Welch eine dumme Kriegscampagne, noch nie so ne Scheisse erlebt! —

Zurück in London, kam keiner mehr drauf klar dass er auch das überlebte. Und schickten ihn zu militärischen Verhandlungen nach Jugoslawien. Unterwegs stürzte er wieder in einem Flugzeug ab. Aber diesmal wurde er von den Italienern gefangen genommen. Er wurde in einem Schloss, als ein hochrangiger Gefangener und Verschluss verwahrt. Diesmal ohne Nutten.

— Denkt ihr ich werde jetzt hier rumsitzen und Pizza fressen? — empörte sich das Tier. — Arschlecken, ihr beschissenen Macaronis! —

7 Monate lang grub er einen Tunnel. Mit einer! – einer verfickten Hand! Die Flucht gelang ihm auch. Leider nur für 8 Tage. (Meint ihr, ihr bekommt das auch mit 60 hin?)

1943 sagten dann die Italiener:

— Porca madonna! Wir haben das Gefühl, dass wir den Krieg nicht gewinnen werden. Holt mir eine Pizza und schickt den Genral nach Lissabon zu Verhandlung der Kapitulation. Und gebt dem Mann eine ordentliche Portion Spaghetti Bolognese mit! —

Wieder in London angekommen, haben die Briten verstanden, dass der Arsch von de Wiart noch hundert, gar zweihunderttausend Jahre weiter Befehle geben wird. Der Typ ist doch unsterblich.

Er wurde zum Generalleutnant befördert und nach China geschickt. Als Churchills persönlicher Vertreter, so nebenbei.

In China brach ein Bürgerkrieg aus und der Penner hat sich schon grinsend die Hände gerieben. Doch die Briten haben es ihm explizit untersagt.

— Geh weiter Eier kraueln. Wir führen da kein Krieg. —

Darauf hin lernte de Wiart den Mao Zedong kennen.

— Ey Ze, wollen wir den scheiss Japanern in den Arsch treten? Haste Bock? —
— Neee, komm du liebe zu uns in die chinesise Almee. Wil blauchen solche Mazafakas! —

De Wiart winkte ab, das war ihm zu friedlich.

1947 zog er sich dann endlich und wirklich zurück. Seine Alte mit dem langen Namen ist verstorben. Und weil bis der Tot euch scheidet usw., heiratete 1951 ne andere, die 23 Jahre jünger war als er. Nun ja, weil das wichtigste Körperteil noch da war.

«Ehrlich gesagt, habe ich den Krieg sehr genossen.» — schrieb er in seinen Memoiren. «Natürlich gab es schlechte Momente, aber es gab viel viel mehr gute. Ganz zu schweigen von der angenehmen Aufregung.»

Und wenn er nicht 1963 im Alter von 83 Jahren gestorben währe, dann würde er noch heute leben.